Vorhang auf
für die Bühne
des Lebens ‒ willkommen im Spiel der Polaritäten

Auf der Bühne des Lebens machen wir unsere Erfahrungen. Weisheit der Sprache: «Erfahrungen machen»!? ‒ Machen wir sie selbst? Vielleicht mehr als uns bewusst ist. Nun, wir erleben auf der Lebensbühne das Spiel des Lebens mit unserem sogenannten «Ich», in unserem Körper und mit unseren Gefühlen. Und wir beurteilen und bewerten das Spiel mit unseren Gedanken, mit unserem Verstand.

Dabei pendeln unsere Gedanken hin und her auf der Skala zwischen bejahend, anerkennend und ablehnend, bedrohlich. Und auch unsere Gefühlspalette reicht von freudig, himmelhoch-jauchzend bis hin zu frustriert und zu-Tode-betrübt. So oszilliert unser Leben zwischen den Polen, Leben ist ein ewiges Spiel der Polaritäten. Und in diesem Spiel haben wir also ein sogenanntes Ich, haben einen Körper, haben Gefühle, haben Gedanken, haben einen Verstand. Aber wer sind wir denn eigentlich?

Diese Frage führt uns zur wahren Natur unseres Mensch-Seins, führt uns auf die geistige Ebene, in die Welt unseres Bewusstseins. Unser Bewusstsein ist das Zentrum, welches das Spiel auf der Bühne unseres Lebens im besten Sinne des Wortes wahr-nehmen kann. Unser Bewusstsein ist unser Wahrnehmungszentrum. Ich nenne diese Instanz «den Regieraum». Denn so wie im «realen» Theater der Regieraum für die Zuschauenden unsichtbar im Hintergrund ist und doch das ganze Spiel auf der Bühne bestimmt, so durchdringt und verursacht auch unser innerer Regieraum alle Handlungen in unserem Lebensspiel.

Schauen wir in den Regieraum unseres Lebens, so erkennen wir auf dem Mischpult unsere Verhaltensweisen, unsere inneren Programme, unsere Einstellungen. Denn so wie wir im Regieraum eingestellt sind, so stellt sich unsere Wirklichkeit auf der Bühne des Lebens ein: Ist das Leben ein Kampfplatz, eine Spielwiese, eine Achterbahn, ein Jammertal, ein Vergnügungspark, ein Theater?

Unser Weltbild ‒ unsere Lebenseinstellung ‒ entscheidet, welche grundlegende Stimmung auf unserer Lebensbühne herrscht. Denn mit unserem Weltbild ziehen wir genau diejenigen Lebenssituationen an, die zu unserer Einstellung passen. Es sind nicht in erster Linie die Umstände, die unser Leben bestimmen, sondern unsere Einstellungen angesichts eben dieser Umstände. Unser Leben ist immer das, was wir von ihm halten. Es ist unsere Entscheidung, ob wir das Leben leicht oder schwer nehmen.

Die Dimension der Haltungen vs. die Bühne der Handlungen

So betrachtet die sinnorientierte Geisteshaltung nicht nur die Handlungen und Geschehnisse auf der Bühne des Lebens, sondern geht tiefer und richtet den Fokus immer auch auf die Einstellungen im Regieraum. Hier ist Sinn erkennbar. Während wir auf der Bühne des Lebens ‒ im Reich des Verstandes ‒ jede Menge Sinn und Unsinn und Tausende Gründe, Erklärungen und Argumente finden, entdecken wir im Regieraum die eigentlichen Lektionen und Absichten unseres Lebens und den Sinn in den einzelnen Lebenssituationen.

Natürlich können, ja sollten wir auf der Bühne des Lebens unser Handlungs-Repertoire jederzeit zu optimieren versuchen und so unser Leben bestmöglich meistern, aber die wahren Weichenstellungen für Veränderungen können wir nur im Regieraum vornehmen. Hier können wir, zugegeben das verlangt nach Reflexion und ist anspruchsvoller, unser Verhalten erkennen und bewusst neue, idealere Verhaltensweisen verursachen. Die Betonung liegt auf «bewusst». Denn:

In der Welt unseres Bewusstseins schlummert nämlich unser wahres Potential und wartet unser geistiges Erbe: Hier können wir als Schöpfer, als Schöpferin bewusst Ursachen setzen und bewusst säen, was wir zu ernten beabsichtigen. So wie Aladdin die Flasche öffnet und den Flaschengeist Dschinn freilässt, so können wir unser Bewusstsein öffnen und über uns hinauswachsen. Im schönsten Sinne des Wortes.