In der Ewigkeit des Augenblicks

Trilogie 3/3, November 2022

Tauchen wir weiter ein in das Wesen des Augenblicks: Im ersten Kurztext meiner Trilogie über «das Geheimnis des Augenblicks» im Oktober 22 war von der Wertschätzung für jeden Augenblick unseres Lebens die Rede. Im zweiten sind wir weiter eingetaucht in die Magie jedes Augenblicks und haben den Schöpfungsimpuls, der von jedem Augenblick ausgeht, wahrgenommen. Tauchen wir nun in diesem dritten Bewusstseins-Kick noch tiefer ein ins Hier und Jetzt, ja, tauchen wir geradezu durch den Augenblick hindurch, um jenseits des Augenblicks wieder aufzutauchen, um zu erwachen.

Wir Menschenseelen sind auf der Erde inkarniert, um Erfahrungen zu sammeln. Um das Spiel des Erfahrungen-Sammelns auf der Erde auch wirklich mit Haut und Haar erleben zu können, bekommen wir Menschenseelen ‒ wir sind von Haus aus astrale Lichtkörper, göttliche Funken ‒, bei der Geburt einen irdischen Körper geschenkt und wir bauen ein Ego-Konstrukt auf, mit dem wir uns im Rahmen unserer Sozialisierung mehr und mehr identifizieren. Dank diesem irdischen Equipment können wir nun im polaren Spiel auf der Bühne des Lebens jede Menge Erfahrungen sammeln.

Auf der Bühne des Lebens ist stets Premieren-Zeit

Und so gehen wir auf unserer Lebensreise von einer Erfahrung zur nächsten, gehen von einem Augenblick zum nächsten. Erleben Freud und Leid, oder wertfrei betrachtet: Wir machen einfach allerhand unterschiedlichste Erfahrungen. Jede Erfahrung, die grausamste wie die herzerfreuendste, findet dabei ihren Platz im grossen Fluss des Lebens, alles gehört dazu. Und jede Erfahrung, jeder einzelne, kleine, unscheinbare Augenblick ist für sich ein Zeuge des Reichtums des unergründlich grossartigen Stroms des Lebens.

Mehr noch: Jeder vergängliche, flüchtige Augenblick ist ein Repräsentant des Unvergänglichen, des Ewigen. Denn wenn wir ganz in einen Augenblick eintauchen, dann bleibt die Zeit stehen und wir tauchen quasi durch die lineare Zeit hindurch, hinein in das Zeitlose, das Ewige. Wir sind im Flow, wir sind eins. Mitten im vergänglichen Fluss des Lebens, ja in jedem Augenblick, eröffnet sich uns die Möglichkeit des Eins-Seins, des Verbunden-Seins mit dem Unvergänglichen. Ist das eine Art Erleuchtung? ‒ Auf alle Fälle: Jeder Augenblick ist Vergänglichkeit und Ewigkeit zugleich. Bewusst die unvergängliche Essenz in jedem vergänglichen Augenblick zu spüren und je länger je mehr in allem Irdischen das Göttliche zu erkennen ‒ das macht ein weites, leichtes Herz.

Verbunden mit dem Höchsten Bewusstsein
vermögen wir im Irdischen das Göttliche
zu erkennen

Sanat Kumara

Und ein letzter Gedanke in der Trilogie über die Geheimnisse des Augenblicks: Jeder Augenblick ist immer wieder neu, ist noch nie vorher dagewesen und wird nie mehr danach so da sein. Jeder gegenwärtige Augenblick ist, wie es Kurt Tepperwein ausdrückt, «eine ewige Premiere». Das Leben als Aneinanderreihung ewiger Premieren zu betrachten, macht es ungeheuer aufregend, spannend und wertvoll. In der Einzigartigkeit jedes einzelnen Augenblicks schlummern die wahren Geschenke auf unserer Lebensreise. Packen wir die Geschenke des Lebens doch einfach aus, indem wir bewusst in jeden Augenblick hineintauchen, hindurchtauchen, und so jeden Moment bewusst auskosten und geniessen.

Applaus, Applaus!