Entdecke Deinen Glückspilz-Modus - eine Bedienungsanleitung, um spielerisch glücklich zu sein

Neujahr 2021/2022
«Glückspilze wachsen idealerweise auf Mist,
auf dem Dünger von Herausforderungen und Schwierigkeiten»
Adrian Achermann

Wer so einen Riesenkristall findet, das muss doch ein wahrer Glückspilz sein! Die beiden Urner Strahler Franz von Arx und Paul von Känel entdeckten vor gut 15 Jahren am Planggenstock im Gotthardgebiet eine Kristallhöhle mit bis zu 120 cm grossen Bergkristallen. Ein Sensationsfund! Riesenkristalle zu finden und zu entdecken, das ist das eine, sie in der Folge ans Tageslicht zu fördern, unversehrt ins Tal zu transportieren, zu reinigen und zum Strahlen zu bringen ‒ das ist dann noch eine ganz andere Hausnummer.

Genauso ergeht es uns auf der Entdeckungsreise zum Glückspilz-Modus: Entdecken ist das eine, das Glückspilz-Programm in der Folge zu aktivieren, zu entfalten, zu kultivieren, zu leben und schlussendlich zu sein, einfach Glückspilz zu sein, das ist dann noch etwas ganz anderes.

Auf Entdeckungsreise im Spiel des Lebens

In Pandemiezeiten gehen die Wogen im Lebensspiel besonders hoch. Gehörig angefacht wird das Spiel auf der Bühne des Lebens durch die auseinanderdriftenden Meinungen und Ansichten und es wird angefeuert durch die entsprechenden Gefühle. Kurz: In Pandemiezeiten wird uns das Lebensspiel der Polaritäten ‒ im wahrsten Sinne des Wortes ‒ augenfällig vor Augen geführt: Wir pendeln hin und her zwischen den Polen, zwischen den Gegensätzen, wir pendeln zwischen Verständnis und Ablehnung. So geht es im Lebensspiel gehörig drunter und drüber, Hektik herrscht, Chaos, Turbulenzen. Das Resultat: Das Spiel ist zum Drama geworden, die Folge: Orientierungslosigkeit und Unsicherheit.

Meine These: Pandemiezeiten sind ideal für Glückspilze! Denn es gibt für sie kaum ein besseres Trainingsgelände als Krisenzeiten. Glückspilze wachsen nämlich besonders gut auf dem Mist, auf den Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens. Glückspilze machen aus Mist Humus! ‒ Wie geht das?

Das fliessende Gleichgewicht     

Auf der Bühne des Lebens ist der Bär, ist der Teufel los! Nur: Wir müssen das aufgepeitschte Lebensspiel nicht unbedingt noch mehr anfeuern, mit unseren ins Kraut schiessenden Gedanken und den aufgewühlten Gefühlen, wir können jederzeit aus dem Drama aussteigen. Wie? ‒ Mit Bewusstsein! Indem wir das Lebensspiel als das wahrnehmen, was es eben ist, ein Spiel ‒ ein Spiel, das hin- und herpendelt zwischen den herzzerreisssendsten und den herzenerfreuendsten Erfahrungen. Denn genau um dieses Spiel des Erfahrungen-Sammelns zu erleben, dafür sind wir als Seelen auf die Erde gekommen, dafür sind wir inkarniert. Einfach Erfahrungen sammeln, das ist banal und grandios zugleich.

Im wertfreien Wahrnehmen des Lebensspiel erkennen wir, wie die Wogen des Lebensflusses hin- und herpeitschen. Aber wir können das Spiel auch einfach nur ‒ wissend es ist ein Spiel! ‒ beobachten: Wir müssen uns nicht aufregen, müssen nichts verurteilen, oder beschuldigen, bewerten, wir müssen nicht «ausser uns sein», sondern können ganz bei uns sein und bleiben und das Spiel einfach bewusst wahrnehmen, wertfrei wahrnehmen. In der Kunst des Wahrnehmens tauchen wir ein in die Welt des Bewusstseins, in die Welt des bewussten Seins. In dieser Haltung sind wir ruhiger, sehen wir klarer und erkennen jederzeit, was zu tun, was zu lassen ist. Wir nehmen das Spiel des Lebens einfach bewusst wahr, nehmen es ernst, sehr ernst sogar, aber nicht mehr allzu wichtig, wir bleiben gelassen, easy und wir bleiben vor allem in unserer Kraft. Wir pendeln dabei immer wieder kraft der Erkenntnis des Spielcharakters des Lebens von den einzelnen polaren Erfahrungen zurück in unsere Mitte und kommen so in ein fliessendes Gleichgewicht. Wir sind nicht mehr im Drama gefangen, sondern wir spielen, nehmen wahr und spielen mit.

Nun haben wir wohl schon einen zentralen Charakterzug von Glückspilzen gefunden ‒ nämlich diese spielerisch-leichte Lebenshaltung, dieses trotz allem ewig leichte Herz ‒, aber den Glückspilz-Modus an sich, den haben wir noch nicht entdeckt. Also weiter geht’s auf der Entdeckungsreise.

Komm in den Regieraum Deines Lebens

Im Kleintheater Luzern gibt es einen Regieraum, ebenso im Stadttheater Luzern und im Opernhaus Zürich: In jedem Theater gibt es einen Regieraum, eine Zentralstelle, von der aus das gesamte Spiel auf der Bühne gesteuert wird. Obwohl im Regieraum alle Fäden des Spiels zusammenlaufen, ist er doch für die Zuschauenden unsichtbar und er bestimmt aus dem Hintergrund heraus das Geschehen auf der Bühne: Vom Regieraum kommen alle Kommandi, Kommandi für Abgänge, Auftritte der Hauptdarsteller, Nebendarsteller, Statisten, Kommandi für die Stimmung auf der Bühne, die Musik usw. Der Regieraum ist der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Spiels.

Auch in unserem Lebensspiel gibt es solch einen Regieraum, auf der geistigen Ebene, in unserem Bewusstsein, dem Unter- oder Überbewusstsein, egal, in unserem Bewusstsein. Auf dem Regiepult unseres hauseigenen Regieraums befinden sich unsere Einstellungen, unsere Lebens-Einstellungen: Es ist wie im realen Theater, so wie wir im Regieraum unseres Lebens eingestellt sind, so stellt sich das Geschehen auf der Lebensbühne ein. Was Du säst, das wirst Du ernten: Unsere Einstellungen sind wie Samen, die wir aussäen und die als unsere Realität auf der Lebensbühne aufgehen und in Erscheinung treten. Gemäss unseren Einstellungen im Regieraum stellt sich die Realität auf der Lebensbühne ein.

Hey, da ist ja unser Glückspilz-Modus!

Während auf der Bühne das Lebensspiel in überschäumender Lebendigkeit herumwirbelt und mit Pauken und Trompeten heult, wummert und dröhnt, herrscht im Regieraum Ruhe, ja geradezu Totenstille. Es braucht diese Ruhe, um das Spiel souverän und sicher zu lenken. Wenn wir zu Bewusstsein kommen, in uns gehen und im wertfreien Wahrnehmen den Mut haben, auf das Regiepult unseres Lebens zu blicken, erkennen wir unsere Einstellungen: Einige sind aktuell beleuchtet, die meisten wirken aus dem Dunkeln heraus.

Unsere Einstellungen sind unter anderem unsere inneren Überzeugungen («ich bin mir sicher, bin überzeugt, dass …»), zudem unser Wertesystem, das wir uns in unserer Sozialisierung angeeignet haben und das uns sagt, was für uns wertvoll und bedeutsam ist. Und wir erkennen auf dem Regiepult auch unsere Glaubenssätze. Unsere inneren Glaubensätze setzen die Grenzen unseres Lebens, sie definieren, was möglich ist und was nicht.

Ganz allgemein gibt es auf dem Regiepult unseres Lebensspiels Einstellungen, die lebensförderlich sind und andere, die uns eher hindern, hemmen und leiden lassen. Und wir erkennen als tiefe Einstellungen auch die sogenannten inneren Bilder: wie unser Weltbild, unser Menschenbild und unser Selbstbild.

Unser Weltbild gibt uns Auskunft, wie wir ganz allgemein gegenüber der Welt und dem Leben eingestellt sind: Ist das Leben für mich ein Kampfplatz, oder ein Spielplatz, eine Achterbahn, ein Jammertal, ein Hamsterrad, ein Übungsfeld, ein Tummelplatz? Wie gesagt, so wie wir auf dem Regiepult unseres Lebens eingestellt sind, so stellt sich unsere Realität, das Spiel auf der Lebensbühne ein. ‒ Welches Weltbild pflegt wohl ein Glückspilz? Unser Menschenbild prägt, ja bestimmt die Art und Weise, wie wir andere Menschen sehen, und wie wir ihnen begegnen. In der Galerie unserer Menschenbilder hängen auch unsere sogenannten Feindbilder. Unser Selbstbild ist der Ursprung all unserer inneren Bilder: Wer bin ich, wie denke ich über mich, wie rede ich mit mir? Wenn wir genau hinhören, nehmen wir im Regieraum nämlich permanent einen inneren Dialog wahr, den wir mit uns selbst führen. In dieser permanenten Zwiesprache mit uns selbst spiegelt sich exakt unser Selbstbild. In die Sparte Selbstbild fällt auch die Lebens-Grundeinstellung: Glückspilz oder Pechvogel? ‒ So, da ist er also, der Glückspilz-Modus! Als eine der Einstellungen auf dem Regiepult im Regieraum unserer Lebensbühne.

Diese Entdeckung ist aber nur die halbe Miete. Jetzt sind wir so weit wie die Strahler am Planggenstock, die Entdeckungsreise ist wohl beendet, nun beginnt aber die anspruchsvolle und freudige Arbeit, den Schatz ans Tageslicht zu fördern und ihn im Tal zum Strahlen zu bringen.

Lebenseinstellungen aktivieren

 Das Prinzip (des Lebens) ist einfach, ja geradezu banal: Was Energie bekommt, das wächst! Wohin wir unsere Kraft fliessen lassen, das wird grösser. So können wir unsere Ängste kultivieren oder bewusst unsere Freude, unsere Leichtigkeit, unser Glück. Soweit das Prinzip, nur: Die Umsetzung ist zugegebenermassen anspruchsvoll. Denn die Inkarnation auf der Erde, in dieser grösstmöglichen Dunkelheit der Materie, diese Inkarnation ist für uns alle herausfordernd ‒  aber Leichtigkeit, Freude und Glückspilz-Modus sind möglich! Darauf sollten wir meisterhaft unseren Fokus richten. Schliesslich waren ja die Strahler, die die Riesenkristalle gefunden haben, nicht in erster Linie Glückspilze, sondern Könner, schlicht Meister ihres Fachs. Der Glückspilz-Modus ist nämlich Zugabe, Zugabe zur Meisterschaft. Das Pünktchen auf dem „i“.

Was Aufmerksamkeit bekommt, wächst.
Wir entscheiden, wohin wir
unsere Aufmerksamkeit lenken
und was wir in unserem Leben wachsen lassen

Ruediger Dahlke, 1951

Humanmediziner und spiritueller Lehrer

  In derselben Art und Weise wie wir unseren Glückspilz-Modus nun aktivieren, so können wir auf dem Regiepult unseres Lebenstheaters auch alle anderen Einstellungen, die wir uns wünschen, anstossen. Wir können zum Beispiel unseren idealen Wohlstands-Modus vitalisieren, das Partnerschafts-Programm, unsere Berufung, die Leichtigkeit des Seins, den Freude-Modus… Denn auf dem Regiepult unseres Lebens gibt es nicht nur den Schalter mit dem Glückspilz-Programm, sondern, bei Lichte betrachtet, unendlich viele andere Regler, Knöpfe, Schalter, Hebel und Hebelchen. Auf dem Regiepult unseres Lebens ist alles angelegt, hier sind alle Möglichkeiten des Lebens vorhanden. In der Tat, alle Möglichkeiten, die das Leben uns bietet.

Auf dem Regiepult mit allen Möglichkeiten spiegelt sich die Vollkommenheit des Lebens. Die Vollkommenheit der Schöpfung besteht darin, dass die Schöpfung von Anfang an als geistige Schöpfung bereits vollkommen geschaffen wurde: Jeder Gedanke, der jemals gedacht werden könnte, jede Erfindung, die jemals gemacht werden würde, jede Idee ‒ alles wurde bereits vollendet geschaffen. Die Schöpfung ist am Anfang vollkommen geschehen, alles ist vorhanden, alles ist angelegt. Das heisst, alles, was wir jemals im Leben erreichen können, ist schon geschaffen, wir brauchen es «nur» auf dem Regiepult unseres Lebens zu aktivieren und auf der Lebensbühne in Erscheinung treten zu lassen. Das klappt aber nicht, wenn wir uns einzig und allein mit unserem Ich, mit dem wir auf der Lebensbühne agieren, identifizieren. Wenn wir zu Bewusstsein kommen, erkennen wir, dass wir mehr sind als unser begrenztes Ich, wir sind ein Selbst, wir sind unendliches Bewusstsein, sind Kinder Gottes. Wir sind nicht ein Ich, das eine Seele hat, sondern wir sind ein Selbst, eine Seele, die in einem Körper wohnt, um Erfahrungen auf der Erde zu machen. Die Gretchenfrage lautet also immer: Identifiziere ich mich ausschliesslich mit dem Ich oder mit dem Selbst, unserem wahren Wesen? Dieser Perspektivenwechsel generiert einen vollkommen anderen Lebensfokus.

Wir haben die Wahl

Als ein Ich müssen wir uns abmühen, um unsere Ziele zu erreichen, müssen auf der Bühne des Lebens kämpfen, müssen uns im Schweisse unseres Angesichts abrackern, müssen schuften ‒ hingegen als ein zu Bewusstsein gekommenes Selbst wählen wir einfach aus, wählen die passende, ideale Einstellung im Regieraum und lassen die Wunschvorstellung auf der Bühne des Lebens in Erscheinung treten. Als ein zu Bewusstsein gekommenes Selbst haben wir die Wahl, so ist auch der Glückspilz-Modus eine Wahl, unsere Wahl. Glückspilz-Sein ist Einstellungssache!

Tipp: Einen Post-it-Zettel an den Spiegel im Badezimmer hängen mit dem Text: «Meine Wahl: Glückspilz!». Mit dieser einfachen Affirmation, die wir so im Badezimmer bewusst oder unbewusst immer wieder wahrnehmen, wird der Glückspilz-Modus in uns Impuls für Impuls aktiviert und mit Leben angereichert. In unserem Gehirn entsteht aus dem anfänglichen Glückspilz-Trampelpfad „nadisna“ ein Glückspilz-Weg, Synapsen verbinden sich weiter zu einer Glückspilz-Strasse, einer Glückspilz-Autobahn, ja zu guter Letzt zu einem gesamten Glückspilz-Gehirn. Aus einzelnen Glücksgefühlen wird ein Glückspilz-Seinszustand. Diese Leichtigkeit des Seins, diese Heiterkeit strahlt aus dem Lächeln des Dalai Lama.

Aktivierungsschub, zum Zweiten

 Was Energie, was Aufmerksamkeit bekommt, das wächst. Mantras, Affirmationen, ja ganz allgemein Gedanken und Worte aktivieren unsere idealen Wunschvorstellungen auf dem Regiepult unseres Lebensbühne. So lohnt es sich, sich bewusst darüber Gedanken zu machen, was denn der Glückspilz-Modus für mich persönlich überhaupt bedeutet? Bitte schreibe Dir darum alles auf, was für Dich zur idealen Glückspilz-Welt gehört.

Meine Glückspilz-Wortwelt schaut so aus:

Es ist einfach, solche, oder eigene, Wortwelten als Inspirationsquellen zu verwenden, sie immer wieder, je öfter, desto besser, einfach nur anzuschauen und in uns wirken zu lassen. Spielerisch, easy, ohne Anstrengung, mühelos wird so der Glückspilz-Modus im Kopf aktiviert, Synapsen verbinden sich, Erinnerungen tauchen auf, neue Gedanken, Bilder, Geschichten. Und so beim Betrachten der Wortwelt alle Gedanken, Ideen und Gefühle einfach nur easy und entspannt kommen und gehen lassen und sich dabei zunehmend mit der Glückspilz-Freude anfüllen. So gewinnt der Glückspilz-Modus in uns an Kraft und Lebendigkeit. Ziel ist es, dass uns der Glückspilz in Fleisch und Blut übergeht und wir ganz natürlich und einfach Glückspilz sind!

Zum Schluss drei Glückspilz-Kicks

  • Spielen wir mal Glückspilz! Stelle Dir vor, du bist jetzt schon ein Meister-Glückspilz, bist eine Glückspilz-Meisterin: Wie verhältst Du Dich als first class-Glückspilz? Was denkst Du, fühlst Du, wie sprichst Du, wie begegnest Du anderen Menschen? – Kultiviere so in Dir Deinen Glückspilz-Modus und nimm ihn je länger je mehr so bewusst in Dein Leben hinein. Viel Freude und Vergnügen.
  • Zelebriere Dein Leben als Glückspilz, mache aus Alltagsmomenten bewusst heilige Momente, Rituale - Augenblicke voll Bewusstsein, Hingabe und Freude.
  • Glückspilze geniessen das Leben, bewusst und freudig. Übe Dich ‒ was das Zeug hält! ‒ in der Kunst des Geniessens. Es sind die Kleinigkeiten, die Segnungen des Alltags, die die Grösse des Lebens ausmachen.

Danke für Deine Aufmerksamkeit, Glückspilz olé!

Übrigens, die Riesenkristalle kannst Du jederzeit ganz in unserer Nähe live erleben und bewundern, im Rastplatz für die Seele, in der aussergewöhnlich-stimmungsvollen Autobahn-Kapelle bei der Gotthard-Raststätte, Fahrtrichtung Süden. Dieser besondere und kraftvolle Ort der Besinnung ist leicht vom Reussweg her erreichbar.